Die ZweiBeiner gibt es seit gerade eben.
Einzeln gab es Anja Schöler und Christoph Schmidtke schon vorher. Beide werden unabhängig voneinander als Komiker geboren. Sie wächst in Köln auf, er im Ruhrgebiet.
Anja Schöler steht mit ihren ersten beiden Bühnenfiguren – der furiosen Frau Kraft & der sehnsüchtigen Inge – auf vielen Variete- und Festivalbühnen, u.a. dem Schmidt-Theater, Parlazzo Hamburg, Chamäleon Berlin, Gaffenberg-Festival, Star Club Kassel, Sintflut-Varietè Usedom. Dabei erwirbt sie sich sowohl solistisch als auch vorübergehend mit dem Zauberer Hieronymus beste Referenzen.
Zuvor sieht es noch nach einer seriösen Laufbahn aus. Gleich nach dem Abitur ist Anja die jüngste Volontärin, die das Brüsseler Auslandsstudio der ARD je gesehen hat. Es folgen diverse Praktika beim WDR, Köln. Die Wende kommt mit dem ersten großen eigenen Scherz: sie beginnt ein Jurastudium. Die Pointe ist abzusehen. Desillusionierung, Flucht nach Berlin, dreijährige Ausbildung zur staatlich anerkannten Mimin. Ja, Anja hat ein Mimendiplom. Von wegen unseriös.
Schnell feiert sie Erfolge bei großen Galas & Messen. Unvergessen ihre Darstellung einer Schmerztablette für die Pharmaindustrie. Doch der Mensch lebt nicht von Kunst allein. Also holt sie sich die fetten Gagen bei diversen freien Theaterprojekten und Kunstperformences, u.a. im Tacheles Berlin, im Dock 11 und an der Berliner Volksbühne. Heute lebt Anja als Komikerin und Zweibeiner in Berlin.
Christoph Schmidtke spielt und schreibt. Für sich und andere. Eigene Texte und fremde. Neben seiner komischen Bühnenpräsenz spielt er in einem halben Dutzend Theater- und Filmproduktionen. Schöne Sachen dabei, fragen Sie mal. Als Autor schreibt er Texte für die Bühne (ja, die werden auch aufgeführt), für die Internet-Seite Teutonika – ausgezeichnet als bestes Web-Log, aber hallo! – und für diverse TV-Formate, fragen Sie mal nicht.
Seine Solo-Programme spielt er u.a. im Kommödchen, Düsseldorf, beim Münchner „Kabarett Kaktus“ und im Berliner BKA. Eine Veranstalterin fasst seine Karriere mit den Worten zusammen: „Wir wollten ja eigentlich einen Spaßkellner. Aber der war zu teuer.“ – Auch komisch.
Und eine gute Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Unsinn von allem. Die stellt Christoph von Anfang an. Die Schule gibt ihm Zeit, selber zu forschen: Als bundesweit erstes Kind wird er vorübergehend vom Unterricht ausgeschlossen. Das ist nett. Aber er sucht dann lieber doch woanders weiter. Nach längerem Aufenthalt in der GB-Cafeteria der Ruhr-Universität Bochum steht plötzlich ein „M.A“ hinter seinem Namen.
Wenn Sie ihn heute fragen: Er würde alles wieder genau so machen. Und sich dabei zu Tode langweilen, weil er es ja schon kennt. Lieber trifft er in Berlin mit Anja zusammen. Es ist ein glücklicher Unfall.
Die Zwei Beiner haben sich gefunden.